Mensch in Gefahr!

Zwangsupdates unter Windows 10

i, user?

Jetzt ist es passiert – mit irgendeinem der letzten Updates hat es Microsoft geschafft, dass der Benutzer über Updates und Neustarts nicht mehr selbst bestimmen kann. Inzwischen kann man nur noch einen Zeitraum von maximal 12 Stunden wählen, in denen Microsoft den PC nicht mehr neu starten darf. Läuft allerdings gerade eine rechenintensive Anwendung wie z.B. das Rendern einer Videosequenz außerhalb dieser Zeit oder eine Rund-um-die-Uhr Überwachungssoftware z.B. an Tankstellen oder Bankautomaten, so wird diese vom Neustart gestoppt. Hier steht doch nicht etwa die Entmündigung der gesamten Menschheit im Mittelpunkt? Sieht noch jemand Parallelen zum Uplink der NS-5-Robots zum Zentralcomputer V.I.K.I?

Neustartzwang unter Win 10 Pro
Neustartzwang unter Windows 10 Pro

September 2016

Ein an den USB-Port angeschlossenes Rauheitsmessgerät arbeitet korrekt und kommuniziert problemlos die Messwerte an die Auswertesoftware EVOVIS (trotz des von Windows vorgegebenen Treibers).

  1. Oktober 2016

Nach einem Windows-Update (vermutlich das Funktionsupdate für Windows 10 – Version 1607 vom 02.10.2016) wird das Messgerät nicht mehr von der Auswertesoftware erkannt. Zum Glück war dieses Problem dem Supportteam meines Messgerätes bekannt. Das Update hatte die Einstellungen des virtuellen Com-Ports am USB-Anschluss auf die Standardwerte zurückgesetzt. Nach dem Umstellen der Anschlusseinstellungen auf die richtigen Werte lief alles mit den Windowstreibern wie gewohnt.

  1. November 2016

Es hat wohl wieder ein Update gegeben. Das Messgerät wird nicht mehr von der Auswertesoftware – wohl aber von Windows – erkannt. Die Anschlusseinstellungen wurden diesmal nicht verändert. Anscheinend aber der von Windows verwendete Treiber. Windows bestimmt leider, welcher Treiber benutzt wird. Die Verwendung des Herstellertreibers wird vom Programmkompatibilitäts-Assistenten blockiert.

Erst nach umfangreicher Suche im Netz wird mir klar, wie sich die Verwendung unsignierter Treiber über die erweiterten Starteinstellungen  aktivieren lässt. Man startet das System bei gedrückter Shift-Taste ↑ neu. Dann wählt man in dieser Reihenfolge: Problembehandlung, Erweiterte Optionen, Starteinstellungen, dann auf „neu starten“ klicken. Jetzt wird mit F7 oder 7 das Erzwingen der Treibersignatur deaktiviert.

Nach der Installation des unsignierten Herstellertreibers läuft das Gerät wieder wie gewohnt.

Ich bin gespannt welche bösen Überraschungen mich mit diesem Betriebssystem noch erwarten.

Hier ein Link zu einer Petition gegen das Verhalten von Microsoft:

https://www.change.org/p/satya-nadella-microsoft-what-computer-users-want-changed-in-windows-10?recruiter=653932574&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink

16.03.2017 Inzwischen habe ich folgendes feststellen können:

Windows 10 überschreibt mit seinen monatlichen Updates die nicht signierten Treiber mit solchen Treibern, welche Windows für die besseren hält. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass diese Treiber auch funktionieren.

Meine Software (EVOVIS) erkennt das Rauheitsmessgerät (W5) mit den von Windows eingesetzten Treibern nicht und meldet: „kein Gerät verbunden“

Erweiterte Starteinstellungen

Jetzt muss ich die Verwendung unsignierter Treiber über die erweiterten Starteinstellungen aktivieren.

Man startet dazu das System bei gedrückter Shift-Taste neu. Dann wählt man in dieser Reihenfolge: Problembehandlung, Erweiterte Optionen, Starteinstellungen. Dort auf „neu starten“ klicken. Jetzt wird mit F7 oder 7 das Erzwingen der Treibersignatur deaktiviert.

Nach der Installation des unsignierten Herstellertreibers erkennt die Software das Gerät und alles läuft wie es soll.

Leider nur bis zum nächsten, monatlich stattfindenden, Windows-Update.

Danach ist wieder der Windows-Treiber installiert. (Stichwortsuche: Treiberfehler durch erzwungenes Update)

Um das zu verhindern, muss Windows 10 mitgeteilt werden, keine Treiber automatisch und ungefragt zu installieren.

Der Weg dorthin führt über die Systemsteuerung zu System, dann auf  Erweiterte Systemeinstellungen klicken. In den sich öffnenden Systemeigenschaften unter Hardware in die Geräteinstallationseinstellungen gehen. Unter der Frage „Möchten Sie für Ihre Geräte verfügbare Hersteller-Apps und benutzerdefinierte Symbole automatisch herunterladen?“ den unteren Punkt „Nein“ auswählen.

Jetzt dürfte Windows die unsignierten Treiber nicht mehr überschreiben und alles sollte funktionieren – denkt man.

Leider hält auch das nur bis zum nächsten Reboot.

Jetzt werden zwar die unsignierten Treiber des Herstellers nicht mehr überschrieben, die Software findet aber das Gerät trotzdem nicht. Vermutlich, weil Windows nach einem normalen Neustart wieder die Verwendung unsignierter Treiber verhindert.

Es muss, will ich den unsignierten Treiber verwenden, nach jedem Neustart die Verwendung unsignierter Treiber über die erweiterten Starteinstellungen aktiviert werden.

Ich liebe mein Betriebssystem. Vermutlich handelt es sich hierbei um das Stockholm-Syndrom!

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